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Winterwonderland: Wanderung zum Hohenstein am Süntel

Bei uns im Nordwesten ist Schnee in diesem Winter bisher Fehlanzeige. In der Zeitung las ich vom Besucheransturm im verschneiten Harz und Deister. Mir stand der Sinn nach einer Wanderung im verschneiten Winterwonderland – im Süntel nördlich von Hameln wurde ich fündig.

 

Ich hatte leichte Bedenken, ob es dort zu voll sein würde, aber an einem Montag (meinem freien Tag) standen meine Chancen gut, mit Abstand wandern zu können. Und so kam es auch. Komm mit und begleite mich auf meiner Wanderung durchs

Winterwonderland im Süntel.

Zunächst steige ich auf einem schmalen sehr rutschigen Pfad ins Blutbachtal zur gleichnamigen Quelle hinab. Die korrekte Bezeichnung ist eigentlich Totenbornquelle, aber Blutbach hört sich doch viel schöner an, oder?

Blutbachquelle
Blutbachquelle

Danach werden die Wege breiter und besser begehbar. Das ist für mich nicht ganz unwichtig, weil ich mit laufender Kamera unterwegs bin für meinen Youtubekanal Radelnundwandern .

Am Dachtelfeld mache ich eine Pause in einer Schützhütte. Mein mitgebrachter Tee verursacht Brandblasen am Gaumen, da meine neue Isolierkanne wirklich gut ist und ich keinen Becher dabei habe, um den Tee zum Abkühlen umzufüllen. Dämlich.

Dachtelfeldhütte
Dachtelfeldhütte

Schräg gegenüber steht eine der seltenen Süntelbuchen.

Süntelbuche
Süntelbuche

Frisch gestärkt geht es weiter Richtung Hohensteinklippen. Ja, es gibt tatsächlich schroffe Felsen und abfallende Klippen mitten im norddeutschen Flachland  🙂
Die Klippen des Hohenstein gehören zum schmalen Kamm des Süntel. An der Teufelskanzel wage ich trotz vereister Treppe den Aufstieg auf den Felsen und werden mit schönem Ausblick belohnt. Wäre die Sicht besser gewesen, hätte man weit ins Land schauen können.

auf der Teufelskanzel
auf der Teufelskanzel
Teufelskanzel am Hohenstein
Teufelskanzel am Hohenstein

Einige Hundert Meter weiter komme ich an einen weiteren (ungesicherten) Aussichtspunkt auf den Klippen. Ein junges Paar mit ihrem Hund posiert abwechselnd am Klippenrand. Mir als nicht schwindelfreie Person wird schon vom Hingucken schwindelig . Bei dem Wind hätte ich vor allem um den leichten Hund Angst, der sich noch weiter an den Abgrund wagt und sicher keine Flügel hat.

Danach wendet sich der Weg zum Treppenweg, der sicher eine prima Aufstiegshilfe ist, beim Abstieg aber ganz schön auf die Knie geht. Zumal er richtig fies vereist ist. Deshalb meine Empfehlung: die Wanderung von Langenfeld aus entgegen dem Uhrzeigersinn laufen, dann steigt man den Treppenweg nach oben, das ist angenehmer.

Im Tal angekommen, lande ich an der Baxmannbaude und erinnere mich, dort vor vielen Jahren schon einmal während einer Wanderung gewesen zu sein. Hier liegt deutlich weniger Schnee und ich bin froh, das ich mit jedem Meter des nun folgenden Wiederanstiegs mehr Schnee zu sehen bekomme. An den Moosköpfen stehen zwei schöne Bänke mit toller Aussicht, aber es dämmert schon und ich habe noch einige Kilometer bis zum Parkplatz. Dort angekommen, vermische ich meinen immer noch zu heißen Tee mit Wasser, das im Auto auf mich wartet. Nun ist er endlich trinkbar 😉

Was ich gesehen habe, gibt mein kleines Begleitvideo viel besser wieder als die Fotos hier im Beitrag. Schau gerne mal bei Youtube auf meinem Kanal (Klick aufs Foto oder den Link) vorbei:

Wie sieht es bei Dir in der Gegend aus? Winterwonderland in Sicht, bereits getaut oder (wie bei uns) nie da gewesen im bisherigen Winter 2020/2021? Den Süntel werde ich auf jeden Fall wieder besuchen.

2 Comments

  • Wolfgang Nießen

    Liebe Karen,
    eine sehr schöne Wanderung, und gut, dass es auch nicht überlaufen war, noch müssen die meisten Motags ja arbeiten. Von einer Süntelbuche habe ich noch nie gehört, und wirklich Schwindelfrei bin ich auch nicht. An den Rand der Klippe hätte ich mich wohl auch nicht getraut.
    Ein Winterwunderland hatten wir auch für ein paar Tage, aber jetzt regnet es schon seit zwei Tagen ununterbrochen. So viel Regen hatten wir schon seit Jahren nicht mehr. Aber das Winterwunderland ist natürlich abgesoffen, nur noch Nässe und Match überall.
    Ich wünsche Dir ein schönes Wochenende.

    Viele liebe Grüße
    Wolfgang

    • Karen

      Lieber Wolfgang,
      letztes Wochenende kam das Winterwunderland tatsächlich bis zu uns nachhause für einige Tage. Jetzt hatten wir 2 Tage Regen und Tauwetter, aber das ist wohl die Ruhe, bevor der Winter zurückschlägt. Wenn die Prognosen so eintreffen, kommen wir am Montagmorgen hier kaum noch aus der Haustür. Den Schneeschieber werde ich vorsorglich aus der Garage holen und im Windfang deponieren 😉 Dazu Windstärke 5 aus Ost, na prima! Damit hatten wir hier wirklich nicht mehr gerechnet.
      LG Karen

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